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2014

Bilder © Constantin Film
**** Männerhort
franziska meyer price


Dem geheimen Rückzugsraum dreier Männer droht das Aus. Also setzen sie alles daran den Entscheider mit ins Boot zu nehmen, um ein Stück Lebensqualität zu retten.

Beziehungen sind kein Zuckerschlecken, sie enthalten Höhen und Tiefen und es besteht natürlich immer die Gefahr sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen, wenn man sich keine Freiräume schafft bzw. lässt. Programmierer Eroll (dufter Typ: Elyas M'Barek, Fack ju Göhte), Dixi-Klo-Verkäufer Lars (versauter Spießer: Christoph Maria Herbst, Stromberg) und Pilot Helmut (nordisch trocken: Detlev Buck, Männerpension) haben ihr Problem auf eine Art und Weise gelöst, die keine endlose Debatte nach sich zieht und den Partner auch nicht vor den Kopf stößt. Sie erfinden irgendwelche Ausreden um dann etwas ganz anderes zu tun: Ungestörter Männertreff im Heizungsraum der Neubau-Wohnanlage mit Fußball gucken, Bier saufen, Chips futtern, am Flipperautomat daddeln oder einfach nur rumblödeln. Diese kleine Ruheoase brauchen sie dringend um nicht durchzudrehen. Kristof Magnussons gleichnamiges Bühenstück aus dem Jahr 2003 liefert die Vorlage für diese Ansammlung an Männer- und Frauenklischees, die mehr als nur das eine Körnchen Wahrheit beinhalten. 2005 lief das Stück auch am Theater in Berlin erfolgreich, mit TV-Comedians prominent besetzt (neben Christoph Maria Herbst als Lars auch mit Bastian Pastewka, Michael Kessler und Jürgen Tonkel). Die comedyerfahrene TV-Regisseurin Franziska Meyer Price setzt die Geschichte gewitzt fürs Kino um, verteilt Idiotie und Wahnsinn gleichermaßen auf beide Geschlechter und die bestens ausgewählte Darstelleriege.

Der erfolgsverwöhnte Elyas M'Barek, z.T. auch mit dem Thriller „Who Am I – Kein System ist sicher“ in den Kinocharts ganz oben führt dabei die gequälten Männer an. Sein Problem: Freundin Connie (herrlich überdreht: Cosma Shiva Hagen, 7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug) will ständig Sex und ist kaufsüchtig. Kein lokaler oder Online-Shop ist vor ihr sicher. Die Kartons mit Retourware (Schuhe, Kleidung) muss dann Erroll regelmäßig zur Post bringen. Kommunikation ist der Schlüssel einer guten Beziehung aber die findet hier zum Vergnügen des Betrachters nicht wirklich statt. Lars z.B. hat immer Lust auf erotische Abenteuer, ist Swingerfan und hat auch keine Skrupel Kontakte zu knüpfen obwohl seine ahnungslosen Frau Anne (Lisa Marie Potthoff, Dampfnudelblues) hochschwanger ist. Helmut wiederum ist schwul - was seine beiden Kumpels aber nicht wissen - und verheimlicht auch noch etwas anderes. Ein Platz auf dem Sofa wäre noch frei und den möchte man zur Bestechung dem neuen Facility Manager Aykut (Kontrollfreak: Serkan Çetinkaya) anbieten, einem stolzen Türken. Der kann über das deutsche Weichei-Trio, das unter der Fuchtel der Lebenspartner steht, nur lachen, bleibt hart und stellt ihnen ein Ultimatum um den zweckentfremdeten Heizungsraum zu räumen. Doch die Dinge sind ohnehin nicht so wie sie scheinen, was gut ist, denn so bleibt der Film abwechslungsreich und komisch.

Eine flotte Inszenierung, witzige Dialoge und ein spielfreudiges Darstellerensemble machen diese deutsche Komödie zur kurzweiligen Unterhaltung und wohl auch zum Kassenhit.

Text © Markus Klingbeil
29.09.2014

Männerhort

Deutschland 2014. Farbe. Originalsprache: deutsch. Länge: 97 Min Bildverhältnis: 2.35:1 Kinostart: 02.10.2014 (D). Budget:n/a Regie: Franziska Meyer Price. Drehbuch: David Ungureit, Rainer Ewerrien. Vorlage Bühnenstück: Kristof Magnusson. Kamera: Bernhard Jasper. Schnitt: Stefan Essl, Zaz Montana. Musik: Christoph Zirngibl. Darsteller: Elyas M'Barek, Christoph Maria Herbst, Detlev Buck, Serkan Çetinkaya, Cosma Shiva Hagen, Lisa Potthoff, Jasmin Schwiers, Michael Gwisdek,
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© Layout, Text: Markus Klingbeil, Bilder: Filmverleih