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1980
Bilder © Anchor Bay
*** Happy Birthday to me - Ab in die Ewigkeit
j. lee thompson


Sie sind reich, sie genießen das Leben und sie gehören zu den Top 10 der Privatschule. Aber einer nach dem anderen muss für etwas bezahlen was schon längst vergessen ist. Die psychisch labile Virgina (Melissa Sue Anderson), die nur von den anderen akzeptiert werden will, hat zudem mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen

Ende der 70er / Anfang der 80er war in den USA eine Blütezeit für Horror der unterschiedlichsten Art. Ob grobschlächtig und plakativ oder mehr auf eine spannende Geschichte aus, man drehte eine Vielzahl an Titeln, die aber oft schnell wieder in der Versenkung verschwanden und heute kaum eine Rolle spielen. Ein nur bedingt überzeugender Vertreter des Slasherfilms dieser Zeit ist der kanadische Streifen "Happy Birthday to Me", der in Deutschland unter dem Titel "Ab in die Ewigkeit" bekannt ist.

Hinter dieser Produktion stehen John Dunning, André Link und Lawrence Nessis, deren Horrorfilm "My Bloody Valentine" fast zeitgleich 1981 in den amerikanischen Kinos lief und 2009 neu und mit 3D-Verfahren gedreht wurde. Dieses Schicksal bleibt "Happy Birthday to Me" vorerst erspart. Um das Publikum damals zu gewinnen wurde es mit dem Versprechen geködert die sechs bizarrsten Morde sehen zu können. Im Dunstkreis dieser Veröffentlichungen liefen u.a. Genreprodukte wie "The Prowler" (aka Die Forke des Todes, 1981), "Halloween II" (1981) oder "Freitag, der 13. - Teil 2" (1981) - und die sind alle drastischer in der Gewaltdarstellung.

Für den britischen Regisseur J. Lee Thompson waren die 80er die letzten Jahre seiner Regietätigkeit. Es sind aber nicht die unzähligen Produktionen mit Charles Bronson (u.a. Murphys Gesetz, 1986 ; Das Weiße im Auge, 1987) für den man ihn in Erinnerung behalten wird sondern für seinen Spannungsthriller "Ein Köder für die Bestie" (1962) mit Robert Mitchum und Gregory Peck. Auch drehte er zwei Fortsetzungen der "Planet der Affen"-Kinoserie sowie das Historienepos "Taras Bulba" (1962). Sein Slasherfilmbeitrag "Happy Birthday to me" ist daher auch nur eine Randnotiz und obwohl nicht langweilig auch nicht sonderlich spannend. Und vor allem wünschte man sich etwas mehr Tempo.

Auch wenn Altmime Glenn Ford (Zähl bis drei und bete, 1957) als zweiter in der Besetzungsliste genannt wird ist es doch die junge Melissa Sue Anderson, die voll und ganz im Mittelpunkt steht. Für Ford war es einer seiner letzten Rollen und er wird als Psychiater, der eine junge Frau vor dem seelischen Zusammenbruch retten will, kaum gefordert. Anderson, die bisher fast ausschließlich in TV-Serien (7 Jahre "Unsere kleine Farm") zu sehen war, spielt diese junge Frau namens Virgina. Ein Trauma plagt sie, der Verlust ihrer Mutter bei einem Autounfall vor einigen Jahren macht ihr immer noch zu schaffen. Das liegt auch daran, weil sie hautnah dabei war und eine schwere Kopfverletzung erlitt. Nur mit einer neuartigen Gehirngewebsstimulationsmethode konnte man sie retten.

In mehreren Rückblenden, die Erinnerungslücken schließen, erfährt man vom Ausmaß und der Schwere des Unglücks. Währendessen wird einer der Schulkameraden nach dem anderen getötet und die Leichen versteckt, so dass die Polizei nur von vermissten Jugendlichen ausgeht. Wir als Zuschauer wissen es aber besser, werden aber durch merkwürdiges Verhalten einiger der zehn Todeskandidaten zum Mörderrätselspiel eingeladen. Das orientiert sich am italienischen Giallo, denn vom Killer sehen wir nur die klassischen schwarzen Lederhandschuhe. Auch beim etwas an den Haaren herbeigezogenem Ende bzw. der Aufklärung des tödlichen Treibens fühlt man sich an so manche italienische Produktion aus den 70ern erinnert.

Von der damaligen Besetzung ist Matt Craven das wohl bekannteste noch lebende Gesicht. Zuletzt in Michael Manns enttäuschendem Gangsterthriller "Public Enemies" zu sehen finden sich auch so unterschiedliche Werke wie Adrian Lynes "Jacob's Ladder", Richard Donners "Timeline" und Barry Levinsons "Tin Men". Seine Rolle als (zu alt aussehender) partyfreudiger Schüler in "Happy Birthday to Me" war für den damals 25jährigen eine der ersten überhaupt nachdem er sein Kinodebüt in Ivan Reitmans wenig bekannter Komödie "Babyspeck und Fleischklößchen" (1979) an der Seite von Bill Murray gab.

DVD (Anchor Bay, NTSC, 111 min)

Das US-Label Anchor Bay übernahm die Rechte von Sony und legt den Film noch mal neu auf. Jetzt mit dem korrekten Soundtrack, was dem Unwissenden schon beim Anblick des DVD-Covers ins Auge springt. Da prangt nämlich ein Aufkleber mit dem Text: "Now with the score fans have begged for!". Der Film wird mit ordentlichem Bild in anamorphen 1.85:1-Format präsentiert. Als Extras gibt es lediglich den Trailer zum Film und noch ein paar weitere Programmhinweise aus dem Hause Anchor Bay.

Durchschnittlicher Horrorfilm nach altbewährtem Muster und nicht ganz so bizarren Todesfällen wie vollmundig angekündigt wird. Für Westernheld Glenn Ford gibt's hier nichts zu gewinnen.

Text © Markus Klingbeil
VÖ: 07.12.2009

Ab in die Ewigkeit

(Happy Birthday to Me)

Kanda 1980. Farbe. Originalsprache: Englisch. Länge: 111 Min. Bildverhältnis: 1:1.85 Kinostart: 15.05.1981(USA) Budget: - Einspiel: - Regie: J. Lee Thompson. Story: John C.W. Saxton. Screenplay: John C.W. Saxton, Peter Jobin, Timothy Bond, John Beaird. Kamera: Michael A. Jones, Miklós Lente. Schnitt: Debra Karen. Musik: Bo Harwood, Lance Rubin. Darsteller: Melissa Sue Anderson, Glenn Ford, Lawrence Dane, Sharon Acker, Frances Hyland, Tracey E. Bregman, Jack Blum, Matt Craven, Lenore Zann, David Eisner
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© Layout, Text: Markus Klingbeil, Bilder: Filmverleih